Lippensyncron dubben mit NTSC Anpassung
Vorbereitung:
- Video (mit passender Tonspur)
- zu bearbeitende Tonspur
Los gehts!
Zuerst einmal gehen wir in den Multitrackmodus, falls wir dort nicht schon sind:
F12 oder View -> Multitrack View oder Button links oben in der Ecke.
Danach laden wir uns die benötigten Dateien in die einzelnen Track-Spuren:
in der Track1-Spur [RECHTSKLICK] Insert -> Video from File. Es sollten nun die Videospur in Track1 und die Orginal AudioSpur in Track2 stehen. Anschließend in Track3 [RECHTSKLICK] Insert -> Wave from File, die zu bearbeitende Tonspur.
Mit View -> “Show Video Window” und den Play-,Stop- etc. Tasten kann man sich schon mal das Video anschauen und später immer die Synchronität prüfen. Sind alle 3 Streams da ??? Gut dann geht es weiter.
(1) Zunächst sollten wir uns ein wenig Platz verschaffen und jeden Track,
mittels [GEDRÜCKTER RECHTER MAUSTAST], ein wenig nach rechts verschieben. (2) Danach schalten wir die zu bearbeitende Tonspur erst einmal mit dem Mute Button auf stumm.
Jetzt beginnt die Suche nach den “sichtbaren” Audiostellen, daß heißt wir suchen uns eine prägnante Stelle im Film, wie z.B. einen Schuss, Türenzuschlagen etc., um unseren ersten Fixpunkt für die Tonspurenanpassung zu erhalten. Hier sollte man sich aus der Orginaltonspur (Track2) einen Punkt zu Beginn und am Ende des Films aussuchen. Hat man den ersten Punkt am Anfang des Films
gefunden sollte man zuerst einmal etwas reinzoomen (3) um so genau wie möglich arbeiten zu können. Hat man einen solchen Punkt gefunden, begibt man sich mittels der Cursor Tasten (<-,->) genau zu dem Punkt an dem der sichtbare Ton beginnt.
Jetzt sollte der gelbe Positionsanzeigestrich genau richtig stehen und man kann einen CuePunkt setzten. Dazu einfach [RECHTSKLICK] auf das kleine gelbe Dreieck am oberen Ende des Positionsanzeigestrichs und dann “Insert in Cue List“. Man merke sich die ungefähre zeitliche Position.
Exakt dasselbe machen wir mit einem Punkt am Ende des Films. Nachstehendes Bild zeigt die beiden gesetzten Punkte in der OrginalTonspur.
Anschließend stellen wir die genaue Zeit zwischen den beiden gesetzte Punkten fest, indem wir den CuePunkt am Anfang anklicken und die Auswahl mit [GEDRÜCKTER LINKER MAUSTAST] bis zum Cuepunkt am Ende ziehen.
(1) Die Zeit entnehmen wir der Zeile “Sel” in Spalte “Lenght” unten rechts. Diese Zeitangabe wandeln wir nun in eine Zahl, nach angegebener Formel (2), um. Beispielwert : 44584 ms
So nun geht es an die zu bearbeitende Tonspur. Zunächst wählen wir Sie einmal aus und befreien Sie von ihrer Stummheit (Mute aus). Anschließend wechseln wir mit [F12] in die Wave Form View. Hier kann man die Tonspuren beliebig bearbeiten. Uns interessieren jedoch nur die relevanten “sichtbaren” Töne. Haben wir uns die zeitlichen Angaben aus der Orginaltonspur gemerkt, sollte es kein Problem sein die beiden Punkte in unserer Tonspur zu finden. Hierbei sei erwähnt, daß der Anfangspunkt im Radius von einer Minute liegen kann, der Endpunkt jedoch einen Radius von mehreren Minuten zum Punkt der Orginaltonspur haben kann. Hat man beide Punkte gefunden, geht man wie schon oben beschrieben vor. Man setzt die jeweiligen CuePunkte und erfasst die Zeit zwischen beiden. Anschließend rechnet man mittels Formel den Wert aus. Beispielwert: 46761 ms
Beide CuePunkte gesetzt ? Gut dann wechseln wir wieder in die Multitrack View [F12]. Jetzt müssten die beiden Tonspuren mit ihren jeweiligen CuePunkten zu sehen sein. Nun verschiebt man die zu bearbeitende Tonspur so, daß deren BEIDE CuePunkte innerhalb oder außerhalb der beiden CuePunkte der Orginaltonspur liegen. Was bringt das ? Nun, liegen Sie innerhalb ist die Tonspur zu kurz, außerhalb zu lang, und der Ton würde mit der Zeit immer asynchroner werden.
Also muss man die “Geschwindigkeit” der Tonspuren anpassen.
Zuerst rechnet man den Streckungsfaktor aus:
(zu.berabeitenden.Tonspur/OrginalTonspur) *100 = Streckungsfaktor
Im Beispiel: (46761/44584)*100 = 104,883 , d.h. letztendlich, die Tonspur muss 1,048 mal schneller laufen um sich mit der Orginaltonspur zu decken.Ein Wert unter 100 bedeutet dann, die Tonspur muss 0,XX mal langsamer laufen.
Wir wechseln wieder mit [F12] in die Detailansicht unserer Tonspur. Zunächst wählen wir mit [STRG+A] die komplette Tonspur aus. Dann unter Effekt -> Time/Pitch -> Stretch den ermittelten Streckungsfaktor bei (1) eingeben. Mit OK bestätigen und fertig.
Ist man genau genug vorgegangen, hat die Tonspur jetzt exakt die selbe “Laufgeschwindigkeit“ wie die Orginaltonspur. Hat man alles richtig gemacht, müssten jetzt in der MultitrackView die CuePunkte beider Tonspuren exakt übereinanderliegen. Abweichungen im Millisekundenbereich sind zu vernachlässigen.
Letztlich sollte man noch die überstehenden Teile unserer Tonspur abschneiden. Den zu schneidenden Bereich auswählen und mit [RECHTSKLICK] -> “Cut” abschneiden.
Sollte unsere Tonspur vorne oder hinten zu kurz sein, wechselt man wieder in die Detailansicht [F12] und begibt sich mit dem Cursor an den Anfang bzw. das Ende. Mit Generate -> Silence fügen wir Stille ein. Die Dauer der einzufügenden Stille kann dabei sehr groß gewählt werden, denn der Überschuss kann ja danach, wie oben beschrieben, in der MultitrackView exakt abgeschnitten werden.
Als Letztes löschen wir die Video- und OrginalAudioSpur mittels [RECHTKLICK] -> Remove Block. Und speichern unsere verbliebene Tonspur mit “Save Mixdown As” ab. Unter dem Button „Optionen“ lassen sich die Codecs, Abtastraten, Quantisierung nach belieben auswählen.
Die so erstelle Tonspur sollte sich nun mit VirtualDub ohne Problem muxxen lassen.
Noch ein paar Anmerkungen:
1. Dieses Verfahren funktioniert natürlich nicht mit UNCUT-Filmen und CUT-Tonspuren. Hier sollte man einen Bereich für die CuePunkte wählen in dem keine geschnittene Szene enthalten ist, um zunächst einmal den Streckungsfaktor zu erhalten. NACH der Geschwindigkeitsanpassung muss jede geschnittene Szene aus der OrginalTonspur manuell in die CUT-Tonspur eingesetzt werden. Alles in Allem ne ganze Menge Arbeit!
2. Alte VHS-Kassetten können gelegentlich unterschiedliche Tonspurgeschwindigkeiten haben, am Anfang evtl. etwas schneller als am Ende oder anders herum.Da führt dann kein Weg daran vorbei die Tonspur – sagen wir – alle 10 Minuten anzupassen. Oder die Tonspur wird erst ab der Hälfte des Films asynchron, dann passt man eben nur die 2.Hälfte an und lässt die 1.Hälfte “untouched”. Der Profi greift hier eher zu Vegas Video 5 o.ä..




